Augmented vs. Virtual Reality

In unserem Blog-Beitrag Virtual Reality oder Virtual Reality sind wir bereits auf die unterschiedlichen Ausgabe-, Interaktions- sowie Darstellungsmöglichkeiten von Virtual Reality eingegangen. Mit diesem Beitrag möchten wir erneut etwas mehr Licht ins digitale Dunkel bringen, indem wir den Unterschied zwischen VR und AR näher betrachten.

Beginnen wir erneut mit den Begrifflichkeiten.

Virtual Reality „[…] bedeutet nichts anderes, als dass der Betrachter bzw. Anwender sich in einer künstlich erschaffenen und digital bereitgestellten Welt bewegt und ggf. auch mit dieser interagiert.“ (vgl. Erich Wolf (2017) Virtual Reality oder Virtual Reality?)

Hinter der Abkürzung AR verbirgt sich der Begriff Augmented Reality, was übersetzt erweiterte Realität bedeutet. So wird bereits anhand der Bezeichnung klar, dass es sich nicht um ein geschlossenes System bzw. eine neue, geschlossene Welt handelt, sondern um eine digitale Ergänzung der realen Welt, also der Realität.

Augmented Reality nutzt somit unsere reale Welt als sprichwörtliche Leinwand, um auf diese ergänzenden, digitalen Content zu projizieren. Eines der wohl aktuellsten Beispiele für eine Augmented Reality Anwendung, welche einen weltweiten Beigeisterungssturm ausgelöst hat, war die App Pokémon Go. Diese Anwendung hat tausende Menschen vor die Tür gelockt und nebenbei Nintendo Millionengewinne beschert.

Augmented Reality | Pokemon GO
Pokemon GO

Um eine Vergleichbarkeit dieser Technologien gewährleisten zu können, nutzen wir erneut die Faktoren Art der Ausgabe, Ausmaß an Interaktion und Darstellungsqualität.

1.

Die Art der Ausgabe

iPhone 7

Augmented Reality funktioniert nur in Abhängigkeit von Endgeräten mit einer integrierten Kamera – angefangen bei Smartphones (mit und ohne VR-Brille), über Tablets bis hin zu kostenintensiven Gaming-Stations, in Kombination mit einem AR-fähigen Headset wie bspw. einer HTC Vive. Die Darstellung kann hierbei – ähnlich wie bei Virtual Reality – sowohl mono wie auch stereoskopisch erfolgen. Für einen echten 3D-Effekt (Stereoskopie) ist allerdings immer ein Cardboard bzw. ein Headset nötig, da hierfür zwei individuelle Bilder ausgegeben werden müssen.  
Weiter ist beim Thema Hardware und Ausgabe zu beachten, dass die entsprechenden Ausgabegeräte gewisse Leistungs- und Ausstattungsmerkmale erfüllen müssen. Es muss eine Kamera vorhanden sein, das Endgerät muss über genug Rechenleistung verfügen, um die Informationen der Kamera mit dem darzustellenden 3D-Content kombinieren zu können und es muss ein Gyroskop (Bewegungs- und Lagesensor) vorhanden sein, um sich in dieser „ergänzten Realität“ bewegen zu können.

HTC VIVE
2.

Das Ausmaß der Interaktion

AR hat auf den Betrachter eine bedeutend interaktivere Wirkung als es tatsächlich der Fall ist. Betrachtet man die Interaktions- und Manipulationsmöglichkeiten im Bereich Virtual Reality kann nahezu alles angepasst werden. Augmented Reality wirkt auf den Betrachter (teilweise) beeindruckender, weil die reale, ohne Gerätschaften erlebbare, Umgebung mit surrealen bzw. nicht haptisch erlebbaren und vorhandenen Objekten ergänzt wird. Diese Möglichkeit kann auf zwei unterschiedliche Arten und Weisen genutzt werden.

Variante 1 – positionsunabhängige Projektion

Diese Variante entspricht der Anwendung Pokémon GO. Der Nutzer kann jederzeit, an jedem Ort, den sog. AR-Modus aktivieren, wodurch die digitalen Kreaturen auf das reale Bild der Kamera gelegt werden, unabhängig von Orientierung oder in der realen Welt vorhandenen Objekten. So kann es dann passieren, dass diese frei in der Luft schweben oder an einem Laternenpfahl kleben. Es wird also keine Rücksicht auf die Realität genommen – reiner Entertainment-Effekt, ohne Mehrwert.

Variante 2 georeferenzierte Projektion

Unter Verwendung von GPS-Daten und speziellen Trackern (exakt positionierten, optischen Auslösern) können AR-Anwendung erkennen, wo genau sich der User befindet, in welche Richtung er blickt und welcher digitale Content, in vorher genau bestimmter Position und Dimensionierung, dargestellt werden soll. Wie unschwer zu erkennen ist, bedeutet diese Anwendung von erweiterter Realität einen immensen Mehraufwand, kann dem Anwender dafür aber auch einen messbaren Mehrwert bieten. Auf diese Weise können bspw. Möblierungen bis hin zu Gebäuden und technischen Großinstallationen in die reale Welt projiziert werden, um genau beurteilen zu können ob diese optisch ansprechend oder gar technisch umsetzbar sind.

Microsoft Hololens
Microsoft Hololens
Bild: winblogs.azureedge.net
3.

Die Qualität der Darstellung

Die Darstellungsqualität von AR hängt ganz entscheidend von den Faktoren Hardware und Software ab. Dieser Abhängigkeit ist es auch geschuldet, dass nicht jeder User die gleiche Darstellungsqualität auf seinem Endgerät erhält bzw. diese Technologie überhaupt nutzen kann.

Eine ganz einfache Faustformel zur Hardware: Je neuer und qualitativ hochwertiger die Hardware – ganz besonders hinsichtlich Display- und Kameraauflösungen, sowie der vorhandenen Rechenleistung – desto überzeugender ist die Darstellung.

Im Bereich Software gibt es selbstverständlich auch diverse Stellschrauben hinsichtlich der Qualität. Die zu projizierenden Objekte können sehr simpel und schematisch aufbereitet sein, oder extrem detailreich und aufwändig. Je aufwändiger die Software desto performanter muss auch die genutzte Hardware sein.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass der Bereich der Darstellungsqualität in direkter Abhängigkeit zur Leistung des vorhandenen Equipments steht und ein zu 100% reproduzierbares Erscheinungsbild nicht garantiert werden kann.

Low Quality AR
Low Quality AR
Bild: i.amz.mshcdn.com
High Quality AR
High Quality AR
Bild: assets-jpcust.jwpsrv.com

Schließlich, um all diese Informationen für Sie noch etwas greifbarer zu machen, möchten wir Ihnen noch folgende Matrix mit an die Hand geben:

ParameterAugmented RealityVirtual Reality
Ausgabe (Medien)Smartphone | Tablet | PCSmartphone | Tablet | PC | Powerwalls | Caves
Stereoskopie
Interaktion
Controller
Cardboard
VR/AR-Brille
Darstellungsqualität

(hardwareabhängig)

(hardwareabhängig)

Budget

(je nach Anspruch)

(je nach Anspruch)